Berlin – Frühling in der Hauptstadt 02.04.-06.04.2011

Der erste Tag begann früh um 3 Uhr, aber wie heißt es so schön, wenn man früh aufsteht kann man viel erleben. Getreu diesem Motto bestiegen wir kurz nach 6 Uhr morgens den Air Berlin Flieger in die Hauptstadt. Nachdem wir zügig unsere Berlin-Welcome-Card erworben hatten, ging es mit dem Bus zum Bahnhof Zoo. Unser Hotel City Gallery lag von dort noch 2 U-Bahnstationen entfernt. Da wir so früh noch nicht einchecken konnten, deponierten wir unser Gepäck an der Rezeption und starteten hochmotiviert die Stadterkundung. Der erste Punkt unserer Liste an Sehenswürdigkeiten brachte uns fast der Verzweiflung nahe, da wir die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche einfach nicht finden konnten; dabei sollte man meinen, ein solches Mahnmal sei nicht zu übersehen. Aber erst nach mehrmaligem Auf und Ab erkannten wir, dass diese gerade restauriert wird und das Gebäude, das durch das Gerüst eher einem Hochhaus glich, das gesuchte Objekt war.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Bei einem kurzen Besuch in der Eingangshalle wurde uns durch Bilder und Texte eindrucksvoll die Geschichte dieses berühmten Gebäudes näher gebracht. Danach bestiegen wir den Bus 100, um uns einen groben Überblick über die Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Die Fahrt ging vorbei an der Siegessäule – auch bekannt als Goldelse –, dem Schloss Bellevue, Reichstag, Brandenburger Tor und Museumsinsel zum Alexanderplatz. Von dort spazierten wir Richtung Hackescher Markt, wo wir unsere erste – natürlich nicht originale, obwohl es auf der Speisekarte behauptet wird – Currywurst testeten. Sie schmeckte trotzdem und frisch gestärkt konnten wir die Hackeschen Höfe mit dem Ampelmännchenshop und anderen verrückten Geschäften erkunden.

Hackesche Höfe

Hackesche Höfe

Vorbei an Dom und Museumsinsel ging es die Straße Unter den Linden entlang zum Brandenburger Tor, wo wir von verkleideten Wachen und einem Darth Vader – der eher an Lord Helmchen erinnerte – erwartet wurden.

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Als wir danach endlich im Hotel eingecheckt hatten, waren wir eigentlich schon total kaputt, aber ein Abendessen musste ja schon noch sein und mit Bekannten wollte ich mich auch noch treffen. Daher ging’s zurück zum Alex und dann zum berühmtesten Biergarten Berlins, wo wir die Sonne bei Berliner Weiße und Bratwurstbrötchen genossen. Der Abend klang im Irish Pub am Hackeschen Markt aus, einem netten Pub, jedoch nicht mit typisch irischer Musik.
Nach dem langen Tag wollten wir am zweiten Tag eigentlich ausschlafen, aber um halb 9 waren wir alle wach. So konnten wir wenigstens beim Frühstück richtig rein hauen, auch wenn wir den Mitarbeiter mit einem Tischwechsel ganz schön verwirrten. Da heute die Berliner Busse aufgrund eines Halbmarathons nicht fuhren, nahmen wir die S-Bahn zum Schloss Bellevue und spazierten von dort zur Siegessäule, um die Läufer anzufeuern.

Schloss Bellevue

Schloss Bellevue

Siegessäule

Siegessäule

Durch diese sportliche Aktivität angespornt, ging es zu Fuß durch den Tiergarten zum Russischen Ehrenmal, dann weiter zum Reichstag, wo wir in unserem Sightseeingprogramm gestoppt wurden. Wir hätten uns 14 Tage vorher im Internet anmelden müssen, wer weiß denn sowas?

Berliner Reichstag

Berliner Reichstag

So wurde es nichts mit Reichstagsbesichtigung und wir entspannten stattdessen lieber auf den Treppen am Ufer der Spree mit Blick auf den Bundestag, bevor wir am Holocaust-Mahnmal vorbei zum Potsdamer Platz marschierten.

Holocaust Mahnmal

Holocaust Mahnmal

Unterwegs erkundeten wir ein „medizinisches Museum. Wir betraten es eigentlich nur deshalb, weil wir eine Toilette suchten, aber es war wirklich interessant. Man konnte viele Dinge interaktiv ausprobieren, so z.B. Rollstuhlfahren oder ähnliches.

DDR Visum

DDR Visum

Am Potsdamer Platz, wo wir erst einmal für 2,50 € ein DDR-Visum erwarben ;-), ließen wir uns ein Eis schmecken, bevor unser persönlicher Halbmarathon weiterging an der Topographie des Terrors vorbei zum Checkpoint Charly.

Checkpoint Charly

Checkpoint Charly

Dort lud der Mc’Donalds zu einer Pause ein. Über den Gendarmenmarkt liefen wir zurück zum Dom, um dort einen Geocache zu suchen – wir waren sogar erfolgreich.

Gendarmenmarkt

Gendarmenmarkt

Berliner Dom

Berliner Dom

Danach gingen wir zum Volkspark Friedrichshain zum Barbecue mit einem Bekannten. Hin fuhren wir mit dem Bus 200, mussten dann aber feststellen, dass der Park doch größer ist als gedacht und die Gesuchten natürlich am anderen Ende grillten. Aber etwas entspannen im Park mit netter Gesellschaft entschädigt auch dafür. Bevor der Tag endete, genossen wir noch die nächtliche Aussicht vom Fernsehturm, ein lohnenswerter Besuch.
Der dritte Tag startete zwar regnerisch, aber auch dafür hatten wir Punkte auf unserer Liste. Zuerst ging’s in die Ritter Sport Welt, wo wir die Welt der Schokolade erkundeten und uns gewaltig zusammenreißen mussten, um nicht den Laden leer zu kaufen. Da wir noch einiges vor hatten heute, ließen wir von einem Einkauf ab. Dann stand Madame Tussauds auf dem Programm, auf dem Weg dorthin erkundeten wir noch einige Souvenirshops, ehe es endlich zum Fotoshooting mit den Wachsstars ging. Es war ein richtiger Spaß und wir hatten ganz schön Glück, dass nicht so viel los war und wir wirklich jeden Star ohne Unmengen an fremden Menschen vor die Linse bekamen. Natürlich wurde professionell gepost 😉

Madame Tussauds

Madame Tussauds

In einem Café am Hackeschen Markt machten wir eine kleine Pause bei Kaffee und Kuchen, ehe wir das DDR-Motorradmuseum mit beeindruckenden Fahrzeugen von MZ, EMW und Co erkundeten.

DDR Motorradmuseum

DDR Motorradmuseum

Da die Sonne nun doch wieder zum Vorschein kam, genossen wir diese noch etwas auf einer Parkbank und fuhren dann zurück zum Bahnhof Zoo zu einem Shoppingbummel. Wir hatten jede Menge Spaß – auch ohne Geld auszugeben bei Adidas, Puma und schließlich KaDeWe – bei ersteren beiden wurden wir aufgrund unserer Späße fast rausgeschmissen und bei letzterem waren wir geschockt von den Preisen. Das ist eben doch eher High Society und nicht unser Metier. Unser Ziel fürs Abendessen war heute das Vapiano, das wir gestern am Postdamer Platz entdeckt hatten, ein leckeres Nudelerlebnis, zu dem wir eigentlich gar nicht nicht so weit hätten fahren müssen: Auf der Suche nach dem Hard Rock Café, wo wir zum Abschluss des Tages ein Bier genossen, entdeckten wir ein weiteres Vapiano ganz in der Nähe. Wie heißt das Sprichwort: Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben 😉
Der vierte und letzte Tag sollte nach Potsdam gehen und genau das machten wir auch. Gestärkt durch eine kräftige Portion Frühstück ging’s mit dem Zug nach Potsdam, wo wir uns erst einmal prächtig darüber amüsierten, wieso ein Radfahrer im Zug eine Spitzharke mitnimmt 😉 Kaum angekommen, erwartete uns die Stadt optisch sonnig, aber kalt und windig. Unsere Kleiderordnung war leider dem optischen angepasst und daher sollten wir noch richtig frieren. Auf dem Weg zum Holländischen Viertel kamen wir an mehreren Abrissbaustellen vorbei, an denen wir fasziniert eingestaubt wurden. Die Stadt ist sehr schön, vor allem das Holländische Viertel mit seinen kleinen und teilweise verrückten Läden in den süßen Backsteinhäusern.

Holländisches Viertel

Holländisches Viertel

Zu Fuß ging’s zum Schloss Sanssouci, wo wir den Schlosspark erkundeten und uns den A…. abfroren.

Schlosspark Sanssouci

Schlosspark Sanssouci

Schloss Sanssouci

Schloss Sanssouci

Statuenposing ;-)

Statuenposing 😉

Wir stellten Statuen nach, fotographisch gesehen, und suchten immer wieder windgeschützte Flecken auf, ehe wir zum Essen zurück ins Holländische Viertel marschierten. In einer netten Wirtschaft am Tor genossen wir die Sonne und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg nach Berlin. Nach etwas Aufwärmen im Hotel ging es, diesmal ausgerüstet mit Jacken, ins Maredo, wo wir uns am Salatbuffet die Bäuche voll schlugen und einen netten Abend mit einer weiteren Bekannten hatten. Um 22 Uhr startete an der Nikolaikirche eine Nachtwächterführung durchs Viertel.

Nikolaikirche

Nikolaikirche

Wir wurden zwar dabei erneut gefrostet, aber erfuhren auch unterhaltsam vieles über die weiße Frau, die Riesenrippe und Foltermethoden und wanderten ganz relaxed von Berlin nach Köln. Zum Schluss gab es von unserem sehr fähigen Nachtwächter noch eine gesangliche Vorführung des Palästinalieds von Walter von der Vogelweide. Eine schöne Führung, die sich lohnte, allerdings waren wir um halb 1 dann doch froh, zurück ins Hotel zu kommen, um die leicht angefrorene Glieder wieder aufzuwärmen.
Dann hieß es am nächsten Tag Abschied nehmen von einer tollen Städtereise nach Berlin, einer Stadt, die noch so viel mehr zu bieten gehabt hätte. Aber man kann den Rest ja bei einem erneuten Besuch nachholen. Es lohnt sich!

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