Bonn – Rhein in Flammen 30.04.-02.05.2010

Bisher habe ich immer gedacht, Bonn wäre keine Reise wert, aber diese Inforeise hat ihren Zweck voll erfüllt und mich eines Besseren belehrt. Nach langer Zugfahrt und kurzem Einchecken in unserem zentral gelegenen Hotel Günnewig Residence ging es gleich los zu einem kurzen Stadtspaziergang. Die ehemalige Hauptstadt besitzt eine sehr schöne Altstadt mit restaurierten Häusern der Jahrhunderwende und einem beeindruckenden Münster.

Bonner Münster

Bonner Münster

Das berühmte Rathaus wird momentan renoviert und von einem riesigen Telekomplakat verhüllt – womit sich die Frage des Sponsors erübrigt. Auf dem Münsterplatz fand an diesem Wochenende ein schöner Kunsthandwerkermarkt statt und unsere Stadtführerin am nächsten Tag erzählte uns, dass hier eigentlich immer etwas geboten ist. Da die Sonne nun doch etwas hervorkam, genossen wir die Zeit in einem netten Cafe bei Apfelstrudel mit Vanilleeis. Vor dem abendlichen Dinner gab es noch ein kurzes Einführungsseminar und dann ging es los ins Brauhaus Bönnsch. Die Gaststätte ist wirklich empfehlenswert, die vielen leckeren Gerichte auf der Karte machen die Wahl schwer, aber egal was man wählt, man bereut es nicht. Auch das selbstgebraute Bier schmeckt richtig gut und als Andenken kann man sich – so wie ich – noch ein selbstkreiertes Glas kaufen.
Der 1. Mai begann trüb, aber zum Glück trocken. Wir erkundeten die Altstadt mit Führung und erreichten schließlich das Beethovenhaus, wo wir zu Beginn eine interaktive 3D-Inszenierung von Beethovens einziger Oper Fidelio erleben durften. Ich muss gestehen, ich hatte vorher keine Idee, was ich mir darunter vorzustellen hatte, aber es war toll. Man konnte selbst die Figuren lenken und dies machte wirklich unglaublich viel Spaß. Lasst euch überraschen. Eine weitere Führung durch den Kammermusiksaal und das Geburtshaus des Komponisten brachte uns sein Leben näher. Der berühmte Sohn Bonns begegnet einem in der Stadt sowieso auf Schritt und Tritt.

Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

Die übliche Mai-Demo verzögerte unsere Weiterfahrt mit der Straßenbahn zum Museumsviertel zwar etwas, aber die Zeit reichte noch für ein köstliches Mittagessen im Diners. Gestärkt konnten wir so in die Byzanzausstellung, die zur Zeit in der Kunst- und Ausstellungshalle stattfindet, starten. Beeindruckende Exponate aus einer bestimmt fantastischen Stadt brachten uns einen Zeitabschnitt näher, der in den Schulgeschichtsbüchern viel zu kurz kommt, und machten Lust auf mehr. Vielleicht darauf bald die amtierende Kulturhauptstadt Istanbul zu besuchen? Unser Führer durch die Ausstellung erweckte die Stücke mit seinen begeisternden Erzählungen zeitweise zum Leben. Letztlich taten uns aber doch die Füße weh, so dass wir uns nach der Stunde Pause sehnten. Am Abend dann begann endlich das eigentliche Highlight – Rhein in Flammen. Unser Schiff war das Papstschiff “Rhein Energy”, das uns langsam und entspannt nach Linz am Rhein brachte.

Rhein Energy

Rhein Energy

Es ging vorbei an einer beeindruckenden Landschaft mit vielen Burgen und schönen Orten mit größtenteils Fachwerkhäusern. Überall am Ufer grillten Leute und entzündeten Lagerfeuer.

Rheinufer

Rheinufer

In Linz wendeten dann alle Schiffe und es ging, begleitet von einem ersten Feuerwerk in der Abenddämmerung, zurück nach Bonn. Wir ergatterten sehr gute Plätze auf dem Sonnendeck und genossen bei Wein und musikalischer Beschallung durch den DJ das umwerfende Event. Überall brannten Feuer, immer wieder wurden Raketen in den Nachthimmel geschossen und die berühmte Brücke von Remagen, von der nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg nur noch zwei schwarze Brückenpfeiler zeugen, wurde durch eine Lichtbrücke wieder zum Leben erweckt. Die Fahrt war unbeschreiblich und wer jetzt noch keine Gänsehaut hatte, bekam diese spätestens beim großen Abschlussfeuerwerk in den Rheinauen von Bonn. Der Himmel brannte zu Beethovens 9. Symphonie – der Wahnsinn.

Rhein in Flammen

Rhein in Flammen

Mit diesen Eindrücken ging es um halb 2 todmüde ins Bett.
Der Sonntag startete mit Regen, aber wir durften uns nicht beschweren, schließlich war es am Abend vorher trocken. Nach einer Straßenbahnfahrt nach Königswinter ging es mit der Zahnradbahn hinauf zum Drachenfelsen. Die Aussicht auf den unter uns sich dahin schlängelnden Rhein war zwar durch Regen und leichten Nebel etwas beeinträchtigt, aber die Burgruine und die an der Mittelstation liegende Drachenburg waren trotzdem schön anzuschauen.

Burgruine am Drachenfelsen

Burgruine am Drachenfelsen

Durch die anstrengende und kurze Nacht waren wir trotz allem froh, gegen Mittag endlich die Heimreise anzutreten. Ich muss zugeben, dass Bonn einen erneuten Besuch wert ist, denn die Stadt bietet noch so viel, wofür uns die Zeit fehlte. Rhein in Flammen ist jedenfalls ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Den besten Blick hat man auf alle Fälle vom Schiff aus.

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